Mex. De. 13 - Begegnung Mexiko-Deutschland

Linien, die auf einem Kontinent beginnen, werden auf einem anderen weitergezeichnet. Die Farben der einen Seite spiegeln sich auf der anderen Seite. Bilder sind nomadisch. Sie bewegen sich von einem Ort an andere Orte und erzeugen dort neue Bilder. Und immer gibt es sowohl Entsprechungen als auch Gegenbilder. Wir stellen hier Mex.D.13 vor, ein deutsch-mexikanisches Ausstellungsprojekt, das eine Erweiterung in die mexikanische und deutsche Literatur erfährt. Die Geschichte deutsch-mexikanischer kultureller Beziehungen reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, in dessen erster Hälfte zum Beispiel die erste Druckerei auf amerikanischem Boden von dem Deutschen Hans Cromberger aus Nürnberg in Mexiko – Stadt gegründet wurde. Im Kontext der Bildenden Kunst ist unbedingt auf die Reise von Josef und Anni Albers 1935 nach Oaxaca zu verweisen. Sie besuchten dort damals die Ruinen von Mitla und Monte Albán, wo beide entscheidende Anregungen für ihre Arbeit erhielten. Von größter Bedeutung war auch der deutsche Künstler Mathias Goeritz, der 1949 nach Mexiko kam und dort bis zu seinem Tod 1990 lebte. Er realisierte viele öffentliche Arbeiten in der Stadt. Die Architektur des im Zentrum von Mexiko-Stadt gelegenen Museums „El Eco“ geht auf seine Pläne zurück, und er lud 1968 Bildhauer aus verschiedenen Ländern ein, entlang des Paseo de la Reforma die „Route der Freundschaft“ mit Großskulpturen zu gestalten. Diese Liste liesse sich natürlich noch weiter fortführen mit Blick auf eine ganze Reihe weiterer Künstler, die in Mexiko gelebt und gearbeitet haben. Mit unserem aktuellen Projekt wollen wir auch diese historischen Linien weiter in die Gegenwart und in die Zukunft hinein fortführen. Die mexikanischen Künstler, deren Bilder aus ihrer Geschichte und ihrem gleichzeitigen universalen Denken entstehen, haben auch den Menschen hierzulande viel mitzuteilen. Die Kontakte zu diesen Künstlern ergaben sich während mehrerer Reisen von Adolphe Lechtenberg nach Mexiko.. Qualität ist das Kriterium der Arbeiten, die in Mex.D.13 in der Galerie Alfred böttger gezeigt werden. Ein weiteres Kriterium ist die Diversität der Ansätze und Ausdrucksformen. Natürlich, und auch leider, kann solch eine Ausstellung nie vollständig sein, sie kann nur einen kleinen Ausschnitt aus einem höchst lebendigen und beweglichen kulturellen Feld zeigen. Wenn es um Kunst aus Mexiko geht, kennen wir hier in Europa hauptsächlich die Werke von Gabriel Orozco und Teresa Margolles. Dies ist aber letztlich nur ein begrenzter Blick auf eine Region, in der es eben sehr viel mehr an bedeutenden Aussagen gibt, die bisher und bis heute nur sporadisch bei uns wahrgenommen wurden. Und so erfahren wir in dieser, nur räumlich kleinen Ausstellung in der Galerie Alfred Böttger, bereits mehr von dieser Diversität der Ansätze, von der Universalität der Kunst, die in Mexiko gemacht wird, die dort Teil der vitalen Gestaltung des gesellschaftlichen, des geistigen Lebens gehört. Es gibt in dieser Ausstellung kein Thema, an das die einzelnen Künstler gefesselt werden. Jeder hat seine eigenen Themen. Manchmal unterscheiden sie sich von denen der anderen, manchmal berühren sie sich, und dies ist immer eine natürlichere und selbstverständlichere, eine freiere Kontaktaufnahme und Schaffung von Bezügen. So sieht man viel besser, was die Künstler bewegt und umtreibt, als es durch ein gestelltes Thema möglich wäre. Die Bilder und Zeichnungen aus Mexiko werden Seite an Seite mit einigen aktuellen Positionen deutscher Kunst gezeigt. Auch hier geht es um verschiedene Ansätze in der gegenwärtigen Malerei und Zeichnung. Es haben aber auch Vermischungen stattgefunden, durch Besuche im jeweils anderen Land, in anderen Ländern, durch Aufnahme und eigenständige Verarbeitung und Transformation von anderswo gefundenen und stattfindenden Ideen. Ich schreibe „stattfindende“ Ideen, weil lebendige Ideen nie etwas statisches sind, sondern sie ereignen sich, sie bewegen sich, sie verändern sich und die der anderen, sie werden oft fast gleichzeitig an verschiedenen Orten und in verschiedenen Köpfen geboren.

Was

Ausstellung

Wann

  • Montag 10.00 - 18.30
  • Dienstag 10.00 - 18.30
  • Mittwoch 10.00 - 18.30
  • Donnerstag 10.00 - 18.30
  • Freitag 10.00 - 18.30
  • Samstag 11.00 - 16.00
  • Sonntag geschlossen

Laufzeit

-
Die Ausstellung ist inzwischen leider ausgelaufen!

Location

Galerie Alfred Böttger
Maximilianstr. 44
53111 Bonn

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