FINK - Rasthaus am Nordmarkt - Ein selten-schöner Vogel

| Geurtz

Die Schattenseiten der Dortmunder Nordstadt lassen sich freilich nicht leugnen; dennoch – und auch das ist ein alter Hut, den hervorzuholen ich aber einfach nicht müde werde – beherbergt sie nicht wenige Lokale, die dem geneigten Gast Herz und Magen aufs Angenehmste öffnen.

Jüngstes Beispiel, mit dem sich der Wahrheitsgehalt solch vollmundigen Plädoyers unschwer beweisen lässt, ist das Rasthaus FINK, das im Herbst letzten Jahres die Nachfolge des Café Killefitt auf dem Nordmarkt antrat.

Ein gar lustiger Vogel im dezenten Retro-Gefieder, zu dessen kleinem Nest ein umso größerer Biergarten gehört. Neben allerlei Kultur (u.a. der ultimative Karaoke-Dia-Abend, Live-Musik oder Sonntags-Tatort-gucken mit Blumenkohl-Auflauf und Mörder-Quiz), weiß auch und gerade das kulinarische Angebot zu begeistern: Frühstück, Snacks, super Suppen, lecker Kuchen sowie delikate Haupt- und wechselnde Tagesgerichte, z.B. mediterraner Hähnchentopf (6,20) oder Nudeln mit Fenchel in Thymian-Pernod-Rahm (5,90). Auch manch seltenes Getränk wie „Das Hildegard-Knef-Gedenk-Gedeck“ findet man hier – ein Cocktail, den zu testen der heutige Tag noch zu jung war und nach dessen Genuss meine Fabulierlaune wohl weitaus strapaziösere Dimensionen angenommen hätte.

Renate Gaßmann

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